Startseite Schulgeschichte

Schulgeschichte

Schulverband Hauptschule Werneck

Das Werden des Balthasar-Neumann-Schulverbands

Viele Jahrzehnte lang gab es in jedem unserer Dörfer eine Schule. Sie war neben der Kirche Mittelpunkt des dörflichen Lebens und vermittelte eine volkstümliche Bildung. Das mochte ausreichen in einer Zeit, als unsere Dörfer noch fast völlig von der kleinbäuerlichen Lebens- und Erwerbswelt geprägt waren.

Die Beschaulichkeit in unseren Dörfern gehört der Vergangenheit an. Unsere Orte sind keine Bauerndörfer mehr. In ihnen wohnen heute größtenteils Arbeiter, die in der Industrie oder im Handwerk täglich einer modernen technisierten Welt gegenüberstehen. Der Mensch unserer Zeit muss viel mehr wissen und können, um sich in der wissenschaftlich bestimmten Umwelt erfolgreich bewähren zu können. Diese Umstände mussten notwendigerweise zu einer Reform des gesamten Bildungswesens, besonders der Volksschulen, führen. Bessere Bildung und Ausbildung unserer Kinder, die Berücksichtigung von Begabung und Leistung, die Überleitung zur modernen Arbeitswelt und in den zukünftigen Beruf

oder in andere weiterführende Schulen konnte die Schule des alten Stils nicht mehr leisten. Der Ausbau der bisherigen Oberstufe der Volksschule zur Hauptschule und vor allem die Neugliederung der Volksschulen zu großen leistungsfähigen Systemen wurden begonnen.

Von den fünf ursprünglichen Verbandsgemeinden hatten vor der Neugliederung Eßleben, Waigolshausen und Werneck je eine fünfklassige Schule, Ettleben hatte vier, Zeuzleben drei Klassen. Der Zusammenschluss mehrerer Schulen zum Austausch von Schülern der verschiedenen Klassen zu Jahrgangsklassen war der Beginn der Schulverbände. Einen ersten Schritt unternahmen bei uns 1965 die Gemeinden Zeuzleben und Schraudenbach durch die Gründung eines Verbandes, dem sich zwei Jahre später Stettbach anschloss. Im Schuljahr 1968/69 bildeten Eßleben, Ettleben, Waigolshausen und Werneck einen probeweisen Schulverband auf ein Jahr.

Die Änderung des Volksschulgesetzes vom 13. 12. 1968 führte im Januar 1969 Bürgermeister, Geistliche und Lehrkräfte der Gemeinden Eßleben, Ettleben, Waigolshausen, Werneck und Zeuzleben zu einer Versammlung in der ehemaligen Berufsschule in Werneck zusammen. Die Herren Schulräte Schaffer und Leitherer erläuterten die Planungen des Staatlichen Schulamtes, im Landkreis zwölf Hauptschulsprengel zu bilden. Dabei sollte vor allem die Bildung von Parallelklassen in den Hauptschulen berücksichtigt werden. Der Schulverband Werneck wurde mit 22 Klassen als größter Verband geplant. Der Schulverband Zeuzleben-Schraudenbach-Stettbach wurde wieder aufgelöst.

Die zwingende Notwendigkeit dieser schulorganisatorischen Maßnahmen wurde damit begründet, dass die herkömmliche, wenig gegliederte Landschule in der technisch orientierten Welt von heute die ihr gestellte Aufgabe keinesfalls mehr erfüllen kann. Die Entschließung der Regierung von Unterfranken brachte die Entscheidung: Verband Werneck mit einer Gesamthauptschule und Grundschule in Werneck; selbständige Grundschulen in Eßleben und Waigolshausen. Die Bekenntnisschulen in den Gemeinden wurden aufgelöst. In Ermangelung eines gemeinsamen Schulhauses wurden die Hauptschulklassen auf alle fünf Ortschaften aufgeteilt: Eßleben zwei Parallelklassen 9. Jahrgang, Ettleben zwei Parallelklassen 6. Jahrgang, Waigolshausen zwei Parallelklassen 7. Jahrgang, Werneck drei Parallelklassen 5. Jahrgang und Zeuzleben zwei Parallelklassen 8. Jahrgang. Im gleichen Jahr entschließt sich der Schulverbandsausschuss zum Neubau einer großzügigen Schulanlage. Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 erfolgen neue Veränderungen. Die Hauptschule wird von der Grundschule abgetrennt, der Hauptschulsprengel um den Sprengel der Verbandsschule »Eschenbachtal« in Schleerieth für den 8. und 9. Jahrgang erweitert. Nach der kurzen Bauzeit von knapp zwei Jahren wird das neue Schulgebäude im September bezogen.

Im November und Dezember 1971 werden infolge weiterer schulorganisatorischer Überlegungen Verhandlungen mit denGemeinden Brebersdorf, Eckartshausen, Egenhausen, Rundelshausen, Schleerieth, Schnackenwerth, Schraudenbach, Stettbach und Vasbühl des Schulverbands »Eschenbachtal« über eine Vereinigung der beiden Schulverbände geführt. Mit Wirkung vom 1 .Januar 1972 wird diese Vereinigung auf Grund einer Rechtsverordnung verbindlich. Voraussichtliche Gliederung des vereinigten Schulverbands für das Schuljahr 1972/73:
20 Grundschulklassen in Werneck (4), Schleerieth (10), Stettbach (2) und Zeuzleben (4); 10 Klassen Orientierungsstufe (Jahrgänge 5 und 6), je 5 in Werneck und Schleerieth; 10 Hauptschulklassen in Werneck.

Statistische Angaben zur Schulanlage

Größe des Schulgrundstücks       45 000 qm
Größe der Sportanlage 10 000 qm
überbaute Fläche 3 625 qm
umbauter Raum 31 600 cbm

Der Schule stehen zur Verfügung:

Klassentrakt
Alle Verwaltungs- und Lehrerräume mit ca. 280 qm
16 Normalklassen, die fast alle durch bewegliche schalldämmende Wände in Kursräume unterteilbar bzw. in einigen Fällen zu Großräumen bis 350 qm zusammenfassbar sind,
1  Mehrzweckraum, der die Voraussetzungen  für die Einrichtung  eines Sprachlabors erfüllt, 1  Werkraum mit entsprechendem Vorbereitungs- und Materialraum, 1 Naturlehreraum mit Vorbereitungs- und Sammlungsraum, 1 hauswirtschaftliche Abteilung mit Lehrküche und Hausarbeitsraum, 1 Handarbeitsraum.
Sämtliche technischen Räume und Abstellmöglichkeiten sowie eine große gedeckte Fahrradhalle sind im talseitigen Bereich untergebracht.

Sportstätten
Schwimmhalle: Becken 10x25 m, Wassertiefe 2,20 m, Hubboden 10 x 9 m, verstellbar von 0,30 bis 1,80 m Wassertiefe, Umkleideräume mit 24 Einzelkabinen, 2 Sammelumkleiden und etwa 180 Kleiderschränken, Dusch-, Wasch- und Abtrockenräume in ausreichender Zahl.
Sporthalle: lichtes Turnhallenmaß 18x36 m, teilbar in drei Hallen 12 x 18 m durch motorisch bewegliche Wände, Geräte-, Magazin-und Außensportgeräteräume, 4 Umkleideräume und 2 Dusch- und Waschräume. Cafeteria mit 50 bis 60 Sitzplätzen.

Außensportanlage
Rasenspielfeld 70 x 105 m, Hartplatz 30 x 50
Meter, 130 m Laufbahn, Weitsprunganlage, alle mit dauerelastischer Kunststoffdecke, sowie eine Kugelstoßanlage.

Außenanlagen
Pausenhof und Grünflächen in erforderlicher Anzahl, 80 Pkw-Stellplätze und Bushalte-und Wendestelle für ca. 4 bis 6 Busse.

Wohnungen
Zwei 4-Zimmer-Wohnungen für Hausmeister und Bademeister und ein 1-Zimmer-Appartement.