Besuch im Konzentrationslager Flossenbürg
Das KZ Flossenbürg – eine der entsetzlichen Todesfabriken Hitlers.
Da wir uns in diesem Schuljahr ausführlich mit dem Nationalsozialismus, dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigten, besuchten wir die Gedenkstätte Flossenbürg. 
Wo liegt Flossenbürg?
Mit dem Bus fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein durch die wunderschöne Herbstlandschaft in die Oberpfalz, bis an die tschechische Grenze, wo das Konzentrationslager Flossenbürg lag. Die Schönheit der Herbstlandschaft stand in krassem Gegensatz zu dem, was uns dort erwartete und uns alle, Schüler und Lehrer, erschütterte und zum Nachdenken anregte.
Warum wurde das Lager dort errichtet?
Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde 1938 an dieser Stelle errichtet, weil es dort einen Granitsteinbruch gab, in dem die Häftlinge unter schlimmsten Bedingungen arbeiten mussten. Später wurden sie dann auch in der Rüstungsproduktion bei der Firma Messerschmitt eingesetzt.

Wie viele Menschen wurden dort eingesperrt?
Die ersten Häftlinge kamen 1938 nach Flossenbürg. Es waren 400 Gefangene. 1939 waren es bereits 2500 und bis zum Kriegsende 15 000 Menschen. Insgesamt wurden in Flossenbürg und seinen zahlreichen Außenlagern von 1939 bis 1945 ca. 100 000 Häftlinge aus 35 Ländern registriert. Davon überlebten mindestens 30 000 die Haft nachweislich nicht, obwohl Flossenbürg kein Vernichtungslager wie z.B. Auschwitz, Sobibor oder Majdanek war, sondern als Arbeitslager bezeichnet wird. Die Menschen starben in Flossenbürg an den unmenschlichen Haftbedingungen, Hunger, Seuchen, schwerer Arbeit, Folter und Schikanen der Lagerleitung und Hinrichtungen.

Wen inhaftierten die Nazis dort?
Die Gefangenen wurden von den Nazis in verschiedene Gruppen eingeteilt: so genannte „Kriminelle“, „Asoziale“, „politische Gegner“ „Homosexuelle“, „Sinti und Roma“, „Kriegsgefangene“ und „Juden“. Welcher Gruppe ein Häftling angehörte, konnte man an einem Abzeichen sehen, das er tragen musste. Die meisten Häftlinge kamen aus Polen, der Sowjetunion und Ungarn. Es gab im Lager „Capos“, die Macht über andere Häftlinge hatten. Sie wurden meist aus der Gruppe der „Kriminellen“ ausgewählt. Prinzipiell genügte es kein Anhänger der Ideologie Hitlers oder aber Jude zu sein, um unter einem Vorwand in ein solches Lager gebracht zu werden.

Das Ende des Lagers
Kurz vor Kriegsende wurden die Häftlinge auf Todesmärsche geschickt. Damit wollten die Nazis ihre Spuren vor den heranrückenden Amerikanern verwischen. Als die US Army Flossenbürg erreichte fand sie noch 1500 Todkranke im Lager.

Was sieht man bei einem Rundgang durch die Gedenkstätte?
Der Rundgang beginnt am Lagertor. An 14 Gedenktafeln auf dem Gelände wird man über das Lager informiert . Er führt hinunter zu den Orten des Todes

(Krematorium, Sezierraum Hinrichtungsstätte und Aschepyramide) und erinnert mit 2 Gedenksteinen an die jüdischen Häftlinge. Grabsteine auf dem Platz der Nationen weisen auf die Häftlinge aus verschiedenen Ländern hin. Auf der anderen Seite führt der Weg hinauf zu der Kapelle.

Im Museum wird eindrucksvoll das Schicksal einzelner Häftlinge dargestellt und im Filmsaal kommen ehemalige Häftlinge zu Wort und schildern ihre Erinnerungen.

Große Betroffenheit, darüber, was am diesem Ort geschehen ist.
Die Hoffnung, dass so etwas nie wieder passiert.
Das Wissen, dass wir alle einen Beitrag dazu leisten müssen.
Das Bewusstsein, dass jeder von uns in seinem Umfeld den Nazis, die es
auch heute auch noch gibt, keine Chance geben darf
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